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Was, bitteschön, ist KI?

Egal ob in der Politik, im „Tatort“ oder im Kinderzimmer: KI ist in aller Munde. Aber was ist das eigentlich genau? Coding Kids erklärt es euch so einfach wie möglich.

Das ist KI

KI steht für „Künstliche Intelligenz“ (im Englischen: AI für „Artificial Intelligence“) und bezeichnet ein Teilgebiet der Informatik. Algorithmen, also Computercodes, sollen so programmiert werden, dass sie eigenständig in der Lage sind, Probleme zu lösen und sich weiterzuentwickeln. Man versucht also zu imitieren, wie das menschliche Gehirn funktioniert, zum Beispiel mit künstlichen neuronalen Netzwerken.

Auch wenn KI gerade in aller Munde ist: Im Grunde ist sie schon ein alter Hut. Bereits in den 1950er-Jahren gab es erste Versuche, intelligente Maschinen nach menschlichem Vorbild zu bauen. Pionier auf diesem Forschungsgebiet war der Amerikaner Marvin Minsky, der mit Röhren und Kupplungen die Funktionsweise des Gehirns imitierte.

Ok, was ist KI wirklich?

Damit wir in der Lage sind, zu lernen, abstrakt zu denken oder Schlussfolgerungen zu ziehen, sind in unserem Gehirn rund 85 Milliarden Nervenzellen, sogenannte Neuronen, rund um die Uhr im Dauereinsatz. Sie feuern elektrische Impulse ab und bilden zehntausende Verbindungen zu ihren Nachbarzellen. Ein unfassbar komplexes Gebilde! Und das soll von einem Computer nachgeahmt werden? Stellen wir uns schwierig vor. Und tatsächlich: Momentan ist die Forschung noch weit davon entfernt, das menschliche Gehirn zu 100 Prozent zu verstehen – geschweige denn, es künstlich nachzubilden.

Momentan ist die Forschung noch weit davon entfernt, das menschliche Gehirn zu 100 Prozent zu verstehen – geschweige denn, es künstlich nachzubilden.

Was wir momentan im Allgemeinen als KI bezeichnen, ist die sogenannte schwache künstliche Intelligenz, die auf ein Thema begrenzt ist. Beispiele aus unserem Alltag sind E-Mail-Spamfilter oder Spracherkennungs- und Sprachverarbeitungsprogramme wie Apples Siri, Alexa von Amazon und Google Now. Die sind auf ihrem Gebiet schon richtig gut – aber eben nur auf dem einen. Auch automatisiertes (autonomes) Fahren, unterstützende Diagnostiksysteme in der Medizin, Gefühls- und Spracherkennung bei Robotern und blitzschnelles Übersetzen in viele verschiedene Sprachen haut schon ganz ordentlich hin.

Auch ins Kinderzimmer hat schwache künstliche Intelligenz schon Einzug gehalten: Auf CodingKids.de stellen wir euch ja regelmäßig die neuesten programmierbaren und lernfähigen Spielzeuge, Roboter oder Computer-Programme vor.

Starke künstliche Intelligenz, also eine Intelligenz, die über die gleichen intellektuellen Fähigkeiten verfügt wie ein menschliches Gehirn, und ihre Schlüsse – anders als die schwache KI – auch auf einen anderen Bereich übertragen kann, gibt es bis heute nicht. Wie die Forschung diesen Quantensprung erreichen will? Durch das sogenannte „Deep Learning“. Stark vereinfacht erklärt, funktioniert das so: Die künstlichen Neuronen sind miteinander über Schichten verbunden und müssen lernen. Zum Beispiel wie man auf Bildern Menschen erkennt. Dafür werden irrsinnig viele Bilder von Menschen eingespeist.

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In dieser Lernphase wird dem System dann gemeldet, ob es ein Bild richtig zugeordnet hat oder eben nicht. Je nach Feedback verändert das Netzwerk die Verbindungen zwischen den Neuronen. Die, die richtig lagen, werden stärker. Die die falsch lagen, werden schwächer. Nach vielen, vielen Versuchen wird das neuronale Netzwerk so „intelligent“ und entwickelt sich eigenständig weiter. Schon heute revolutioniert das Deep Learning viele Gebiete. Ein besonders tolles, weil potentiell lebensrettendes Beispiel: Der IBM-Rechner „Watson“ hat sich selbstständig darin perfektioniert, Krebszellen zu erkennen. Er soll nun helfen, die Krankheit in Zukunft besser zu verstehen.

Was soll der Hype?

Wer momentan den Suchbegriff „Künstliche Intelligenz“ bei Google eingibt, bekommt 22 Millionen Treffer – Tendenz stündlich steigend. KI ist ein Riesenthema, auch und vor allem, weil es dabei um unglaublich viel Geld geht: Bis zum Jahr 2030 wird KI für zusätzliche Wertschöpfung in Höhe von über 1500 Milliarden Dollar sorgen, da sind sich die Unternehmensberater von PricewaterhouseCoopers International sicher.

Wer wettbewerbsfähig sein und bleiben will, muss auf den KI-Zug so schnell wie möglich aufspringen. Das gilt für Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen an den Mann bringen wollen, genauso wie für ganze Volkswirtschaften: „Wir müssen führender Standort für künstliche Intelligenz sein“, forderte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel im Vorfeld der Digitalklausur des Bundeskabinetts im November 2018. Davon hinge „unser künftiger Wohlstand ab und die Frage, ob und wie wir unsere europäischen Werte von der Würde jedes einzelnen Menschen und dem Schutz der Privatsphäre auch im digitalen Zeitalter verteidigen können".

Dafür stellt sich Deutschland ganz gut auf: In Sachen KI-Forschung möchte die Bundesregierung bis zum Jahr 2025 drei Milliarden Euro für die Künstliche Intelligenz (KI) zur Verfügung stellen und 100 KI-Professuren schaffen.

Kennt KI nächstes Jahr noch irgendwer?

Oh ja, die Wissenschaft lässt auf diesem Gebiet garantiert nicht locker. Spezialisten sind sich sicher: Sogar das Erschaffen einer künstlichen Superintelligenz ist nur eine Frage der Zeit! Und eines ist sicher: Der erste Computer, der intelligenter ist als ein Mensch, wird eine absolute wissenschaftliche Revolution sein und alles verändern.

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Also, Quatsch oder nicht?

„KI wird entweder das Beste sein, was der Menschheit jemals widerfahren ist – oder das Schlimmste“, erklärte der mittlerweile verstorbene Wissenschaftler Stephen Hawking im November 2017. Denn natürlich kann die künstliche Intelligenz auch für feindsinnige Zwecke, wie für automatisierte Waffensysteme oder das Hacken von Daten, missbraucht werden.

Auch zahllose Science-Fiction-Filme wie „Matrix“ oder „Terminator“ malen seit Jahrzehnten Horrorszenarien davon, was passieren könnte, wenn intelligente Maschinen die Macht übernehmen. Sogar im guten alten „Tatort“ wurde das Thema KI schon in zwei Fällen aufgegriffen.

Vor mordlustigen Killerrobotern müssen wir in unserem Alltag wahrscheinlich so schnell keine Angst haben. Fakt ist aber: Entscheidungen von künstlichen Intelligenzen haben eine immer stärkere Auswirkung auf das menschliche Leben. Daher muss es dringend Regeln geben, für welche Zwecke die Menschheit KI verwenden will. Und für welche nicht.

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